Schachkalender 06.12.

Schachkalender 06.12.

06. Dezember CHESS 960

KALENDER: Braslav Rabar 1973, jug. Theoretiker

Die instututionalisierte Verkomplizierung des Schachs – Chess 960 – für Profis das +

Chess960/Fischer Random Chess (Robert Fischer)

Mitte des letzten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts wurde diese von Bobby Fischer vehement propagierte Schachvariation mit veränderter Grundaufstellung plötzlich weltweit populär. Eigentlich wenig überraschend, ist doch das gewohnte Schach nur eine der insgesamt 960 verschiedenen Ausgangsstellungen, die zum Namen Chess960 geführt haben. Was war Fischers Intention, sich für das Random Chess ein­ zusetzen? Ganz einfach, der etwas rostig gewordene Ex-Weltmeister wollte das kö­ nigliche Spiel frei von den Bürden und Fesseln der weitgehend ausanalysierten Er­ öffnungspfade machen. Eine frühe Erwähnung dieser Art von Schach findet sich bereits in der Oktoberausgabe 1851 der Deutschen Schachzeitung.

Die Grundregeln sind leicht zu erfassen: (0) Die Auslosung der Startposition erfolgt kurz vor Spielbeginn. (1) Alle weißen und schwarzen Bauern stehen auf den übli­ chen Feldern. (2) Alle weißen Figuren kommen auf die Grundreihe, wobei (3) der weiße König zwischen den Türmen stehen muss. (4) Ein Läufer besetzt ein weißes, ein Läufer ein schwarzes Feld. Und zuletzt (5) werden die schwarzen Figuren spiegel­ bildlich aufgestellt. Rochaderegeln:(R1) c-Rochade (entspricht 0-0-0): König auf c-Li­ nie, Turm auf d-Linie, g-Rochade (entspricht 0-0): König auf g-Linie, Turm auf f-Linie; (R2 ) der König darf das Feld des rochierenden Turms überschreiten; (R3) entspricht die Stellung einer Normalpartie, gelten die normalen Rochaderegeln; (R4) es kön ­ nen auch nur Turm oder nur König gezogen werden bzw. beide Figuren in die glei­ che Richtung ziehen, Grundstellung:Ta1, Kb1; (R5) zusätzlich gelten alle herkömmli­ chen Rochadebedingungen.

Hans Bodlaender hat eine einfache Form der Figurenauslosung mittels Achterwür­ fel entwickelt: Zunächst wird das Feld für den schwarzfeldrigen Läufer bestimmt, da­ nach folgt der weißfeldrige. Auf eben diese Art werden die Startpositionen der Springer ermittelt, danach folgt das Feld der Dame. Das linke sowie das rechte der drei freibleibenden Felder ist für die Türme reserviert. Der König krönt die Grundauf­stellung.Vergleich zum traditionellen Schach: Eröffnungstheorie entfällt fast völlig; die Startpositionen werden gelost; eine Over-the-board-Analyse ist vom ersten Zug weg notwendig; Mittelspiel und Endspiel dagegen sind weitgehend identisch.

WM-Geschichte:
1996 Peter Leko gewinnt das erste Turnier
2003 Peter Swidler gewinnt gegen Leko den WM-Titel (4,5:3,5)
2004 Swidler verteidigt seinen Titel ge­ gen Levon Aronjan (4,5:3,5)
2005 Wieder siegt Swidler, diesmal gegen Zoltan Almasi (4,5:3,5)
2006 Levon  Aronjan  entthront Peter Swidler (5:3)
2007 Levon Aronjan behält den Titel gegen Anand (2:2, Blitz-Tiebreak).
….
2022 Hikaru Nakamura

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender_06.12._proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 06.12.

Share this post

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *