Schachkalender 23.11.

Schachkalender 23.11.

23. November CODEX  ALFONSO

KALENDER:  Alfons der Weise *1221-1284, König von Kastilien und Schachförderer • Carlos Torre Repetto *1905-1978, mex. GM •
Vereslav Eingorn *1950, russ. GM • Karsten Müller *1970, dt. GM u. Publizist

Codex Alfonso Das berühmte Schachmanuskript Alfons’ des Weisen (* 23. 11. 1221  † 4.4.1284) FT 2, FT 3, FT 5

Der heute im Escorial ausgestellte Codex Alfonso darf als das »historisch bemerkenswerteste Schach­ buch, das jemals geschrieben wurde« (Petzold, Das königliche Spiel) bezeichnet werden. Dieses pracht­ volle Buch der Spiele (Libro de los Juegos) enthält auch bemerkenswerte Kapitel über Würfel- und Brettspiele. Entstehen konnte dieses Meisterwerk nur an der Schnittstelle von Christentum und Islam, also im Süden der Iberischen Halbinsel. In für dama­ lige Zeiten unvergleichlicher Form ließ Alfons  der Weise (spanisch: Alfonso el Sabio) die großen Mansuben (Schachprobleme) des Mittelalters in einem schier unübertroffenen Prachtband präsentieren. Unten im Bild die Statue Alfons X. in Madrid.

Damit ist der Codex Alfonso »eines jener Fenster, durch das wir eine Entwicklungsstufe des Schach­

spiels in aller Klarheit zu erschauen vermögen«. (Petzold, Das königliche Spiel)

Dabei wird eine beschreibende Form der Felderbezeichnung gewählt, wie sie lange Zeit besonders in den angelsächsischen Ländern üblich war. Aus den Miniaturen ist klar ersichtlich, dass bereits im Mittelalter hell-dunkel gefärbte Spielbretter verwen­ det werden, ganz im Gegensatz zum früheren arabisch-persischen Schach. Die Zugweise der Figuren dagegen wurde übernommen, allerdings mit zahlreichen ex­ perimentellen Weiterentwicklungen. Wesir und Elefant waren jedoch noch kurz­ schrittig. Eine Umwandlung eines Fußsoldaten in eine stärkere Figur zeigt bereits die Möglichkeit, gesellschaftlich zu Höherem aufzusteigen.

Alfonso ließ auch die idealen Figuren beschreiben: Der König möge auf einem Thron sitzen, mit Krone geschmückt, ein Schwert wie zur Urteilsverkündung im Gerichts­ verfahren haltend. Der Wesir muss das Feldzeichen tragen, die Elefanten schultern Kampftürme, und die Springer gleichen edlen Rittern. Alfonso fügt seinem Werk eine·philosophische Note bei:»Gott hat gewollt,dass die Menschen untereinander auf natürliche Weise allerlei Freuden genießen, damit sie, wenn ihnen Kummer und Sorgen zustoßen, diese leichter ertragen können.« (Zitiert aus Petzold, Das königliche Spiel)


Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender_23.11._proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 23.11.

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