Schachkalender – 14.11.

Schachkalender – 14.11.

14. November SHATRANJ

KALENDER:   Antonius  van der  Linde *1833-1897,  ndl. Schachhistoriker  • Fedor  Bogatyrtschuk  †1892-1984, ukr. GM • Jelisaweta Bykowa *1914- 1989, sowj. W-WM • Michail Krasenkow *1963, russ. GM

Allegorie des Lebens 13. Nov. 15. Nov. 16. Nov.

Der Name des königlichen Spiels und die Bezeichnungen für die Figuren haben eine einein­ halbtausend Jahre lange Geschichte hinter sich.

SCHACH: Dieses Wort geht direkt auf die mittelpersische Herrscherbezeichnung säh zurück, die ihrerseits eine Übersetzung des altindischen Wortes räj(a) »König« ist.
Der indische Name chaturanga »vier Glieder« (….. 1.Jan.) wurde ebenfalls ins Per­ sische übernommen: shatranj [sprich: schatrandsch].
Im Arabischen liest sich dies seit Mitte des 7. Jahrhunderts als satrang.

Eine lateinische Bezeichnung schacos ist 1008 in Texten aus Katalonien belegt.
Daraus entstand zunächst das Wort eschacs und aus diesem im altfranzösischen Rolandslied (um 1080) echecs.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der Name für die Figuren und das Spiel stets im Plural verwendet wurde,
mit Ausnahme des  Ausrufs (as-)säh bei  der Bedrohung des Königs. Diese Ansage war ursprünglich notwendig, um die Ehrerbietung gegen­über dem Monarchen zu unterstreichen.

Ein König wurde nicht  geschlagen,  son­dern eben »matt« gesetzt. Möglicherweise sind die europäischen Bezeichnungen (mittellateinisch scach, scachus, afrz. eschiec, eschec) auch durch ein frühes ger­manisches Wort für »Krieg ausbeute, Raub« beeinflusst, das in der Form der beiden Schächer (»Räuber«) am Kreuz neben Jesus erhalten blieb.
Der Weg ins Deutsche dürfte über die Bearbeitung des Rolandslieds durch den Pfaffen Konrad (um 1170) oder den Umweg über mnl.scaec erfolgt sein.
Flämische Ritter haben, wie historisch gut belegt, auch auf anderen Gebieten französisches Kulturgut weiterverbreitet. Ab dem Beginn des 13. Jahrhunderts taucht das Wort »Schach« dann häufig in der Lite­ ratur auf, selbst in übertragender Bedeutung. Offensichtlich wurde Schach in weiten Kreisen als Allegorie des Lebens und der Gesellschaft gesehen.
Begriffe wie Scheck, scheckig, exchequer (engl. Finanzministerium) oder checken leiten sich ebenso vom königlichen Spiel ab, wie das seit den Miniaturen Alfons des Weisen (….. 23.Nov.)
be­kannte hell-dunkle Schachbrettmuster.

KÖNIG: Diese zentrale Schachfigur hat ihre altindischen Bedeutung räj(a) »König« über eineinhalbtausend Jahre unverändert beibehalten. Allerdings in der mittelper­sischen Herrscherbezeichnung säh (Schah), die ihrerseits eine Übersetzung aus dem Indischen darstel lt . König, King, Roi, Tzar, Rey, Kung, Kiraly- alle diese Wörter tra­gen die gleiche Bedeutung. Traurig-kurioses am Rande:
Während der Französischen Revolution wurde aus dem König die Fahne (Drapeau), im Deutschen Wehrschach 1938 der Deutschen Wehrmacht die Hauptfigur.


Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 14.11.

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