Schachkalender – 13.11.

Schachkalender – 13.11.

13. November DER KÖNIG IST TOT = Langfassung vom kurzen Wort Schach = Kurzfassung

KALENDER:   Paul Saladin Leonhardt *1877-1934, pol.-dt. Meister• Bukhuti Gurgenidse *1933, sow.­ georg. GM • Jon Arnason *1960, isländ. GM u.U16-WM• Fritz Giegold † 1978

Sprachlich ist das Wort Schach eindeutig im Arabischen zu verorten, aber wie nun genau wie auch die zugehörigen Begriffe entstanden, erklärt dieser Text.
As-säh mät(a)- Der König ist tot! 14. Nov. 15. Nov. 16. Nov. Schachausdrücke haben bisweilen eine tausend und mehr Jahre zurück reichende Geschich­ te. Legende und Wahrheit verschwimmen dabei im Dunkel der Zeit. Dennoch dürfen einige etymologische und sprachliche Entwicklungen als gesichert gelten. (->14. Nov.)

BAUER: Wenig Veränderung zeigt sich bei den Bauern. Aus den Fußsoldaten In­ diens, padata, wurde das persische piyada und das arabische baidak. Über latei­ nisch pedes übernahmen alle Sprachen die Bedeutung »Fußsoldat« oder »Bauer«. Im Deutschen hieß er etwa im Mittelalter vende (lat.vendeo Knappe). Die einzige re­ geltechnische Veränderung dieser Figur ist der Doppelschritt aus der Eröffnung her­ aus. Das zeitweilig noch bis Anfang des 20.Jahrhunderts gespielte Eröffnen mit zwei Bauern um je ein Feld entspricht heute nicht den FIDE-Regeln.

MATT: Mit den Worten as-säh mät(a) (der König – Shah – ist tot!) wird der König für besiegt erklärt. In 1001 Nacht etwa gewinnt die kluge Sklavin Tawaddud im Beisein des gro­ ßen Harun al-Raschid drei Partien in Serie, jeweils mit dem Ausruf as-säh mät(a). Das arabische Wort mäta bedeutet eigentlich »sterben«. Einige Schachhistoriker sehen aber in mät vielmehr ein mittelpersisches Wort, das einfach ins Arabische übernommen wurde. Die im Arabischen unübliche Satzstellung untermauert diese Theorie. Um 1155 ist der Ausdruck mat im Altfranzösischen belegt, im 13. Jahrhun­ dert die volle Wendung eschec mat. Von dort drang dieser Begriff schließlich ins Mittelhochdeutsche, wo er unter anderem in Wolframs Parzifal verwendet wird. Über die Beliebtheit des Schachspiels in der höfischen Gesellschaft kann es keine Zweifel geben.

ROCHADE: Die zu Beginn des 17. Jahrhunderts zum Schutz des Königs aus dem ita­ lienischen Königssprung eingeführte Rochade weist nur eine französisierte Endung auf.Tatsächlich wurde die Rochade Anfang des 19. Jahrhunderts vom neuhochdeutschen Substantiv Roche abgeleitet. Hier ist der etymologische Zusammenhang mit dem Turm noch deutlich erkennbar. So schrieb etwa Lessing in seinem Nathan der Weise: »… denn so bekam der Roche Feld.«

EN PASSANT: Dieser Ausdruck stammt in der Tat aus dem Französischen und bedeutet so viel wie »im Vorbeigehen, im Vorübergehen« (schlagen). Notwendig wurde diese Schachregel, nachdem zur Beschleunigung des Spiels der Doppelschritt des Bauern eingeführt wurde. Da zur Zeit der allgemeinen Akzeptanz dieser Regel­ änderung Frankreich das Herz der Schachwelt war, darf der Einfluss des Französi­ schen nicht erstaunen. Allerdings kannte bereits Lucena 1497 diesen Schlagtypus und nannte ihn es passar batalla.
Auch Begriffe wie en prise (eine Figur wird einge­ stellt) j’adoube (ich berühre), gardez (Achtung, Dame in Gefahr) usw.
bestätigen die Bedeutung des französischen Schachs im 18. Jahrhundert.


Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 13.11.

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