Schachkalender 16.10.

Schachkalender 16.10.

 16. Oktober MASTER OF DARKNESS

KALENDER: Alexeij Stepanowitsch Suetin ·*1926- 2001, russ. GM u. Theoretiker· Blindsimultan-Welt­ rekord durch Janos Flesch 1960 • Sergej Rublewski *1974, russ. GM •
Karel Opocensky † 1975

Wunder des menschlichen Geistes

Um 710: Ein altes Manuskript berichtet von einem gewissen Said ben Jubair, der »mit dem Rücken zum Brett« gespielt haben soll.

1266: Der Sarazene Buzecca hat es angeblich gleichzeitig mit zwei italienischen Meisterspielern aufgenommen – ohne Ansicht des Brettes.

1783 (7.Mai): Andre Danican Philidors drei Blindpartien im Jahr 1783 werden von seinen Zeitgenossen als »Wunder des menschlichen Geistes« gepriesen, wenn­ gleich vor der Gefahr einer geistigen Umnachtung als Folge der Anstrengung ein­ dringlich gewarnt wird (Diderot).

1858: Paul Morphy spielt auf acht Brettern blind (+6 =1 -1 ). Die Kommentatoren sind sich einig: Murphy steht über Caesar, denn er kam und siegte, ohne zu sehen! 1878: Johannes Hermann Zukertort stellt mit 16 simultan gespielten Blindpar­ tien einen neuen Weltrekord auf.

1902: Harry Nelson Pillsbury schafft in Moskau 22 Blindpartien (+17 =4 -1 ). Bei anderer Gelegenheit kombiniert der Amerikaner Schach, Dame und Whist – alles ohne Ansicht von Brett oder Karten. 27.Juni

1919: Richard Reti erhöht auf 24 Bretter blindsimultan. Einige Jahre später schafft er sogar 26 Partien blind (+16 =5 – 5).

1925 (1.Februar): Alexander Aljechin gewinnt 22 der 27 Blindpartien (=2 -3). 1931           (10.Mai):   Der   vielleicht     größte           Blindspezialist    der           Schachgeschichte, George(s) Koltanowski – in Amerika lässt er das -s- aus dem Namen streichen – schafft seinen ersten Weltrekord: 30 Bretter (+20 =10).

1933: Aljechin holt sich diesen inoffiziellen Titel mit 32 Partien zurück (+19 =9 -4).

1934: Im Tandem besiegen die beiden Blindchampions Aljechin/Koltanowski Topspieler auf 6 Brettern (+3 =2 -1 ). Es wird abwechselnd gezogen, wobei Ab­sprachen nicht erlaubt sind.

1937 (20.September): In einem 14-stündigen Kraftakt kann Koltanowski seine immensen Fähigkeiten unter Beweis stellen: 34 Partien blind (+24 =10). Angeb­ lich ordnet er dabei die Bretter rasterartig nach Eröffnungen.
Dazu seine Gattin: »Ich weiß nicht, wie er das schafft. Er vergisst doch sogar, wenn ich ihn darum bit­ te, einen Laib Brot aus dem Supermarkt mitzubringen.«

1947: Der große Miguel Najdorf meistert eine Blindvorstellung gegen 47 Gegner!

1960 (16.Oktober): Der Ungar Janos Flesch, damals 27 Jahre alt, erobert die Schlagzeilen der Schachzeitschriften:
52 Partien (+31 =18 -3) gegen beachtlich spielstarke Gegner bleiben bis heute unerreicht.

1985: George Koltanowski bringt sich als 82-Jähriger mit 5 Blindpartien noch­ mals in Erinnerung. 1986 wird er in die »US Chess Hall of Fame« aufgenommen.
Zwei Jahre später wird ihm schließlich der Ehren-GM-Titel der FIDE zugespro­chen.

Schach ist schwierig genug – aber Blindschach?!

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender_16.10._proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 16.10..

Share this post

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *