Schachkalender 9.10.

Schachkalender 9.10.

 09. Oktober BITTERE SIEGE

KALENDER: Milan Vidmar †1962

Najdorfs späte Reue

Der ewig fröhlich gesinnte polnische Großmeister Miguel Najdorf wurde aus Anlass seines achtzigsten Geburtstags nach den erinnerungswürdigen Par­tien seines Lebens befragt. Neben den weitbekann­ten Meisterwerken nannte er auch ein Match gegen einen gewissen Isaak Appel, gespielt in einem Qua­lifikationsturnier zur Schacholympiade 1939 in Bue­nos Aires.
Die Rechnung war einfach: Siegte oder re­misierte Najdorf, würde sein Freund Teodor Regedziriski nach Argentinien reisen, anderenfalls bekäme Appel den vakanten Platz zugesprochen.
Es kam, wie es kommen musste, Najdorf gewann die Partie. Während der Olympiade jedoch marschier­ten die deutschen Truppen in Polen ein, der Weltkrieg war ausgebrochen. Appel wurde ins Ghetto gesteckt, wo er elend zugrunde ging. Najdorf blieb wie viele seiner Zeitgenossen in Argentinien, wo auch der unglückliche Appel sichere Zuflucht gefun­den hätte.
Im Rückblick: Ein wahrlich tragischer Sieg des Großmeisters. Kurz: Wehret den Anfängen! [Liberte, Egalite, Fraternite]

Vidmars »Kinderspiel«

Zeitlebens blieb Milan Vidmar, dem Professor unter den Großmeistern, ein Sieg gegen das damals sechsjährige Wunderkind Samuel Reshevsky in Er­ innerung. Beim Gastspiel des Knaben im Wien feg­ te das Schachgenie auch die stärksten Spieler vom Tisch, darunter den Meister Siegfried R. Wolf. Nun wurde Vidmar persönlich gebeten, die Ehre der Schachszene zu retten.
Nach stundenlangem Kampf gelang ihm dies gegen den knienden Knaben – Reshevsky langte damals noch nicht über den Tisch.
Freude kam jedoch keine auf, denn die bitteren Tränen des kleinen Amerikaners ließen alle Zuschauer in betretenem Schweigen zurück.
Manche Tränen machen stärker, aber schlimm, wenn sie uns nicht mehr berühren.

Purdy Sr. – Purdy Jr.

Cecil John Purdy, der erste Fernschachweltmeister der Geschichte, musste bei den australischen Meisterschaften Anfangs der sechziger Jahre eine bittere Familiener­fahrung machen. In Führung liegend, spielte er in der vorletzten Runde gegen sei­ nen Sohn. Hätte Purdy Sr. gewonnen, wäre der fünfte Titel sehr wahrscheinlich gewesen. Doch zu seinem Pech wird in »Down Under« noch um die Ehre gespielt. Der Junior siegte gegen seinen Daddy – was wohl nachträglich als »bitterer Sieg« zu leichten Familienverstimmungen geführt haben mag.

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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