Schachkalender – 08.10.

Schachkalender – 08.10.

 08. Oktober TURNIERSPLITTER

KALENDER: Wjatscheslaw  Wassiljewitsch Ragosin  *1908-1930,  russ. GM  u. FS-WM  1958  Arthur Bisguier *1929, am. GM

Wahre Begebenheiten aus dem Leben einer Schiedsrichterin

»Frau Schiedsrichter, mein Gegner will meinen König schlagen!«
Man begibt sich zum Brett, stellt den Zug zurück, erklärt, dass man den König nie schlagen darf.
Verdutzt schaut mich der Spieler an und meint:»Das hab ich gar nicht gewusst!«                                                              ·

Sachen gibt’s! Ein Spieler leise zu seinem Gegner: »Ich gebe auf«, zwei Minuten später sein Partner: »Ich spiele weiter!« Die Partie endete remis.

Ein wackerer Kämpfer stellte zwei Tage hintereinander die Dame ein. Erst als man ihm androhte, dass man ihm sein Auto wegnehmen werde, falls es nochmals vorkomme, passte er auf sein »Mädel« besser auf.                                                        

Mit 20 Jahren schlimmer als ein zerstreuter Professor! So fiel – wie schon in den Jahren zuvor – ein äußerst sympathischer Spieler auf. Täglich suchte er nach seinem Pullover oder Kugelschreiber, seinem Turnierheft oder seiner Tasche. Da. mit nicht genug, er zog offensichtlich auch das Unglück magisch an: Ein Spieler über goss ihn versehentlich mit Kaffee, anderntags stieg er in die einzige Lache weit und breit, rutschte aus und saß in besagter. Einen hab’ich noch: Er schaffte es tatsächlich, sich auf den einzigen Sessel im Turniersaal zu setzen, dessen Fuß locker war. Den Rest darf sich der geschätzte Leser denken.                                                              ·        

Es war dunkel und mucksmäuschenstill im Turniersaal: Die Spannung erreichte kurz vor der Zeitnot gerade ihren Höhepunkt, als durch ein jäh durchdringendes:.

BÄH die Ruhe zerbarst. Bei geöffnetem Fenster meldeten sich die Kommentato ren zu Wort: Die jungen schwarzen »Rasenmäher!« des Wirtes erschreckten manchen Spieler vor oder nachdem er seinen Gewinnzug ausgelassen hatte, mit dem bekannten BÄÄÄÄHHHH!!!

In der Sonntagrunde dürfte wohl auch der Sessel eines kräftig gebauten Spielers noch etwas müde gewesen sein. Mit lautem Getöse ging das Holzgestühl unter dem wohlbeleibten Wiener zu Bruch. »J’adoube«, sprach er, rückte den Stuhl zu  recht und besiegte seinen Gegner.     

Beim Simultanschach stellte einer der jungen Spieler eine kleine Falle auf. Als der Meister zum Brett kam, blickte er etwas länger in die Stellung und gab dann lächelnd von sich:
»Oh Boy, l’m an old man, but I can see something!«

Es ist Feitag, der 13.! Wenn man noch nicht abergläubisch ist, könnte man es wer den: Ein »Schächer« (Schachfanatiker) trat an diesem Tag gegen einen Gegner mit 1300 Elo-Punkten an und verlor in 13 Zügen. Es fehlte nur noch, dass er auf Brett 13 spielte.

Verfasst von Margit Almert, internationale Schiedsrichterin

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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