Schachkalender – 28.09.

Schachkalender – 28.09.

 28. September CAISSA

KALENDER:  Sir William Jones *1746-1794, engl. Historiker· Wladimir Tschutschelow  *1969, ukr.­ belg. GM

Muse des Schachs

Der Rechtsgelehrte und Orientalist Sir William Jones darf als Mitbegründer der in­ dischen Altertumsforschung in Europa betrachtet werden. Jones war auch der Erste, der auf die Verwandtschaft des Sanskrits mit dem Griechischen, Lateinischen und Gotischen hinwies. Bereits als Siebzehnjähriger verfasste er zwei Gedichte, die sich an ein Epos des italienischen Bischofs Hieronymus Vida aus dem 16. Jahrhundert, Scacchia Ludus, anlehnten. Hier wird in lateinischer Sprache ein Schachturnier im Olymp geschildert, an dessen Ende der gnädige Göttervater Zeus eine Nymphe zu den Menschen schickt, um  auch sie das Schachspiel  zu lehren. In Jones’ Gedichten

trug diese Nymphe den Namen Caissa: Advertisement to Caissa und Caissa and the

Game of Chess (1763). In Letzterem wird der Ursprung des Schachspiels in poetischer Form erzählt. (Randbemerkung: Der russische Computer, der 1975 die Weltmeister­ schaft gewann, nannte sich ebenfalls Kaissa).

Jones’ Verse wurden schließlich 1772 im Gedichtband Poems in Oxford veröffent­ licht. Hier dürfen Sie das Schachgedicht in Originalsprache nachempfinden. Inhalt: Mars verliebt sich in eine Nymphe und bekommt den Ratschlag, Schach zu erfinden, um ihr Herz zu gewinnen … Die Söhne Albions (nun, gemeint sind die Briten) ver­ ballhornen schließlich den schönen Namen dieser Nymphe.

A lovely dryad  rang  the Thracian wild,

Her air enchanting,and her aspect mild:

O’er hills and valleys was her beauty fam’d, And fair Caissa was the damsel nam’d.

Canst thou no play, no soothing game devise To make thee lovely in the damsel’s eyes.

He taught the rules that guide the pensive game, And called it Caissa from the dryad’s name:

Whence Albion’s sons, who most its praise confess Approv’d  the play, and  nam’d it thoughtful  Chess.

Wem die heidnische Schachmuse nicht wirklich akzeptabel  erscheint, der darf sich seit einigen Jahrzehnten über eine christliche  Patronin  des  königlichen  Spiels  erfreuen.
1944 ernannten die spanischen Kirchenbehörden die heilige Theresia  von Avila, in deren Schriften immer wieder Schachsymbolik einfloss, zur Schutzpatronin aller Schachspieler.

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender_28.09._proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 28.09.

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