Schachkalender – 13.09.

Schachkalender – 13.09.

 

13. September SCHÖNBERGS KOALITIONSSCHACH


KALENDER: Arnold Schönberg *1874-(13.Juli)1951 · Anna Segal *1975, isr. WGM

Arnold Schönbergs Koalitions-Schachspiel
Krieg auf dem schachbrett in Farben (Rot-Flieger | Grün-Marine | Gelb+Schwarz als Großmächte-Landstreitkräfte inspiriert vom 1. Weltkrieg.
Es bleibt dabei lieber Schach als irgendeine Art von Krieg. Kurz: “Nie wieder Krieg,”

Wie viele Künstler, Literaten und  Musiker des 20. Jahrhunderts hat sich auch Arnold Schönberg intensiv mit dem Schachspiel beschäftigt. Ca. 1920 entwarf er ein Schachspiel, gestaltete Figuren und for­ mulierte ein eigenes Regelwerk, das viele Jahrzehnte unbeachtet in seinem Mödlin­ ger Haus lag und erst vor wenigen Jahren wieder entdeckt wurde.

Schönbergs Koalitions- oder Bündnisschach ist ein in seinen Kräfteverhältnissen ausbalancierter Entwurf.
Das Spielfeld misst 10×10 Felder, gespielt wird es von vier Parteien, zwei »Großmächten« (Gelb, Schwarz) und zwei Kleinmächten (Grün, Rot), die mit den Großmächten in den ersten drei Runden Koalitionen eingehen können, ab der vierten Runde aber müssen.
Das Koalitionsschach verfügt über Figuren mit neun Gangarten:
Sechs Figuren übernimmt Schönberg vom traditionellen Schach, die Bewegungsarten der drei neuen Figuren setzt Schönberg aus der Bewegungsart zweier alter Figuren zusammen:
Schönbergs »U-Boot« kombiniert die Gangart von Dame und Springer,
das »Maschinengewehr« die Bewegung von Bauer und König.
Die interessanteste neue Figur ist der »Flieger«. Er vollzieht die doppelte Springerbe­wegung und verfügt damit über enorme Bewegungsmöglichkeiten,
da er vom ers­ten Zug an den gegnerischen König bedrohen kann. Die Verteilung des Materials ist stark asymmetrisch.
Die Großmächte verfügen über je zwölf zum Teil unterschiedli­che Figuren, die Kleinmächte haben keine Könige und verfügen nur über sechs Figu­ren, da sie ja nur Koalitionspartner der Großmächte sind. Die geringere Quantität wird durch die Qualität ihrer Figuren (je zwei U-Boote und Flieger) kompensiert. Trotz der Asymmetrie der Verteilung des Materials ist das Kräfteverhältnis der Bünd­ nisse zu Beginn ausgeglichen. Statt einer fixen Figurenaufstellung zu Beginn der Partie definiert Schönberg »Aufstellungsräume«, in denen die Parteien ihre Figuren in Position bringen können. Das Design und die Bezeichnung seiner Figuren ent­ sprechen der Kriegsmaschinerie des Ersten Weltkriegs: Rot symbolisiert die Luft­ streitkräfte (Flieger), grün die Marine (U-Boote), die Großmächte Gelb und Schwarz verfügen über das Arsenal der Landstreitkräfte. Schönbergs Transformation des her­ kömmlichen Schachs in ein neues Spiel ist in vielerlei Hinsicht kreativ und innovativ, blieb aber ein privater Entwurf.

Verfasst von Michael Ehn

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 13.09.

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