Schachkalender – 03.09.

Schachkalender – 03.09.

 

03. September 200-SEITEN-ANALYSE

KALENDER: Alexander Koblenz *1916-1993, lett. IM u. Autor

Insider-Wissen IV -> 15. Juni

Folgende Fragen werden wohl nur selten gestellt –
und doch sind die Antworten faszinierend.

F: Gab es je ein Buch über eine einzige Schachpartie?
A: Wenn man auch das Material um die eigentliche Partie herum gelten lässt, dann ist das 202-Seiten Buch Kasparov Against the World (von Kasparow und King 2000 in New York publiziert) das bislang umfangreichste Werk über eine einzelne Partie.

F: Gab es auf Großmeisterniveau je Gegner, die nach mehr als 50 Jahren seit ihrer ers­ten Begegnung wieder eine Turnierpartie gegeneinander austrugen.
A: Reshevsky und Smyslow sind ein gutes Beispiel. Die erste Partie wurde 1929 beim Turnier in Leningrad/Moskau ausgetragen, ihre letzte Begegnung fand 1991 in ei­ nem 30/30-Match (30 Minuten pro Partie) über vier Partien in Moskau statt – nach 52 Jahren. Reshevsky hat einen zweiten »ewigen« Gegner: Reuben Fine. Bei der Meisterschaft der Western Chess Association 1932 trugen sie ihr erstes Match aus. 1986 bei einer Exhibition (wieder im 30/30-Format) während des US Opens in New Jersey sahen sie sich wieder am Schachbrett, nach 54 Jahren.

F: In welchen Sportarten wurden bereits vor 1886 (Steinitz-Zukertort) Weltmeister­ schaften ausgetragen?
A: Nur im Boxen. 1882 siegte im Bare-knuckle Fight (ohne Handschuhe) John O’Sul­ livan gegen Paddy Ryan, 1885 im ersten offiziell nach den Queensberry-Regeln ausge­ tragenen Kampf wieder John O’Sullivan, dieses Mal gegen Dominick McCaffrey.

F: Wie viele Schachvarianten sind bekannt?
A: Hier gibt es keine klare Antwort, schätzte doch schon der Märchenschach-König Thomas Rayner Dawson die Zahl auf über 40 000. In seinem Buch The Encyclopedia of Chess Variants präsentiert David Brine Pritcha rd 1450 Varianten, von denen cir­ ca die Hälfte vor 1970 entstand. Der experimentelle Boom hat sich in den letzten Jahren offensichtlich verstärkt.

F: Gibt es in jedem Turnier Schönheitspreise für besonders gelungene Partien?
A: Nein, durchaus nicht. Dafür gab es eine Zeit der Schönheitspreisinflation, wenn dieses hässliche Wort erlaubt ist. In Karlsbad 1929 gab es gleich 14 (!) davon,
in Ostende 1905 waren es noch 12.

F: Welcher Schriftsteller war am meisten vom Schach eingenommen?
A: Jede Antwort muss subjektiven Charakter haben. Doch Alexander Puschkin ist ein guter Kandidat. Er dankte seiner Frau dafür, dass sie Schach erlernt hatte; in seinem Nachlass fand sich Philidors Lehrbuch über Schach; und er spieJte nachweislich am Abend vor dem tödlichen Duell zur Beruhigung Schach.

F: Wie viele Großmeister umfasste die 1993 neu gegründete PCA (Professional Chess Association)?
A: Exakt zwei, Garri Kasparow und Nigel Short, die dann auch um die Schachkrone spielten.

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 03.09.

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