Schachkalender – 01.09.

Schachkalender – 01.09.

 

01. September REYKJAVIK- FISCHER vs. SPASSKI



KALENDER: Joseph Henry Blackburne † 1924 • Arturo Pomar Salamanca *1931, span. GM •
Fischer (USA)
wird 1972 WM gegen Spasski (Sowjetunion/Russland)

Zweikampf der Titanen     FT 14

Kein Schachduell des vergangenen Jahrhunderts hat derart weltweite Hysterie aus-  gelöst wie das zum Krieg der Systeme hochstilisierte Match zwischen dem Titelträ-· ger Boris Spasski und dem genialen Amerikaner Robert James Fischer. Brennpunkt Reykjavik! lslands Hauptstadt wurde zum Schauplatz einer Nervenschlacht auf und

neben dem Schachbrett, die ohne Präzedenz in der Historie des königlichen Spiel·s steht.

Seit knapp fünfzehn Jahren schickte sich der Kommunistenhasser Fischer an, den Sowjets die gehegte Schachkrone zu entreißen. Der Weg für den exzentrischen Amerikaner war steinig, doch nach seinen Kandidatenmatches, die zur Hinrichtung von Larsen, Taimanow und Ex-Weltmeister Petrosjan wurden, wartete die Welt ge_-. spannt auf den Tag X in Reykjavik. Würde Fischer auch den Wettkampf erprobten Weltmeister in den Griff bekommen? Im Vorfeld rangelte man um Unsummen von Preisgeld-Dollars, die bis dahin im Schach undenkbar waren. Fischer harrte in New York auf die Antwort auf seine Forderungen, während FIDE-Präsident Max Euwe ver

zweifelt um ein Zustandekommen des Showdowns bangte. Nach einer Finanzin-
jek·tion durch den Bankier James Slater war es dann doch soweit. Fischer reiste an ….
. . Fischer setzt sich ans Brett.
Fischer spielt die erste Partie bis zum 29. Zug ausgeglichen. Dann ein unvorstellbarer Patzer. Der Läufer  wird auf h2 gefangen.  1:0 für Spasski.

Schach erobert die Titelseiten der internationalen Magazine. Partie 2. Fischer bleibt im Hotelzimmer eingeschlossen.
Das Telefon ist abgeschaltet. Seelenruhig analysiert er alte Partien. Er stellt neue Forderungen.
Die Uhr tickt. 17.30h…     
…18.00h. Lothar Schmid verkündet das Partieresultat. 2:0 für Spasski.
Die Weltpresse adelt GM Schmid ob seiner fairen Schiedsrichterleistung. Würde Fischer weiterspielen?
Nach dramatischen Interventionen tritt Bobby zur dritten Partie an. Ein Schlüsselkampf! Und nun gelingt es dem Amerikaner seine gewohnt dynamischen Kräfte·
zu entfesseln. Es geht Schlag auf Schlag, die dritte, fünfte, sechste, achte, zehnte Partie, immer wieder siegt Fischer. Er ist nun nicht zu halten. Zwischenstand: 6,5:3,5 …
Der Weg zum Titeltraum ist aufgezeigt. Noch einmal bäumt sich Spasski im elften Treffen mit einer Gewinnpartie auf, doch es wird sein letzter großer Tag.
Dann kommt die 13. Partie, eine denkwürdige, schöpferische Energieleistung des Amerikaners. Bronstein im Originalwortlaut:
»...sie [diese Partie] ist buchstäblich wie eine rätselhafte Sphinx, die bis zum heutigen Tag meine Fantasie anregt.«
Was folgt ist eine Serie von Remisen, mit dem krönenden Abschluss in der 21. Partie.

1. September 1972 – Robert James Fischer hat sich seinen Traum erfüllt. Die Jahre danach dürften nur den Mythos Fischer verstärkt haben.
Bobby würde nie mehr einen weiteren  offiziellen Zug ausführen. Was bleibt ist sein Vermächtnis  auf dem Schachbrett.

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 01.09.

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