Schachkalender – 10.08.

Schachkalender – 10.08.

10. August GLEICH NACH DER BIBEL
KALENDER
:Steinitz besiegt 1866 Anderssen und wird inoffiziell Weltmeister• Frank James Marshall *1877-1944, am. GM

Spiel und Glaube –
oder glauben Sie etwa Frank Marshall könnte nicht aus Namenspatron für den Marshall-Plan sein, der Deutschland wiedererstarken ließ?
Manche Züge bedürfen wohl einer göttlichen Eingebung, insbesondere unter Zeitnot.

Die Verbindung Schach und Religion war zeitweise eine sehr unglückliche. Einige Beispiele mögen dies verdeutlichen. Verbannungen, Verbrennungen, Verbote in fast allen Religionsgemeinschaften stehen Seite an Seite mit der berühmten »Schachpredigt« des Jacobus de Cessolis.
Und Papst Johannes Paul II. soll es sogar zu beachtlicher Stärke im königlichen Spiel gebracht haben.
Hier einige zusätzliche Blitzlichter:

Schon am persischen Hof war es undenkbar, den König (Schah) zu schlagen. Daher durfte man nur ein »matt« ansagen (altpersisch für »hilflos«, arabisch bedeutet es »tot«).
Noch dazu wurde als Zeichen der Ehrerbietung eine Ankündigung verlangt.

Buddha warnte seine Anhänger bereits lange vor der Erfindung des Schachs, sich durch Spielen von der inneren Einkehr ablenken zu lassen.

Der Koran verbietet grundsätzlich alle bildhaften Elemente. Daher stellen die arabischen Figuren ausschließlich abstrakte Formen dar.

Im Mittelalter endeten auch Schachspiele auf dem Scheiterhaufen. Berühmtes Beispiel ist die Verbrennung von 3612 Brettern in Nürnberg (10. August 1452)
durch den Bettelmönch Johannes von Capistran (eigentlich Giovanni da Capistrano).

Der Templerorden betrachtete Schach als die achte Todsünde.

Möglicherweise war der religiöse  Vorbehalt  der Puritaner gegen »nutzlose« Spiele ein Mitgrund für Paul Morphys Rückzug vom Schach.

Im Mittelalter galt Schach als eine der ritterlichen Tugenden.
Der DominikanermönchJacobus de Cesso/is (aus Cessola bei Asti stammend) lehr­ te in seiner »Schachpredigt« (13. Jh.) die Menschen »die Pflichten der Vorneh­men und Niederen« und schuf dabei eine Allegorie auf das Leben der Menschen. Das Schachbrett entspricht dabei dem Lebensraum, die Felder symbolisieren Licht und Schatten. Dabei vergaß er in seiner Moralpredigt auch nicht das gemei­ ne Fußvolk (pedes). Bei ihm stand vor dem rechten Statthalter (heute: Turm) der Ackersmann, vor dem Springer der Schmied (der auch Münzer, Goldschmiede, Schiffsbauer usw. repräsentierte). Der Richter (heute: Läufer) hatte vor sich den Notar, der König die Kaufleute und Wechsler. Vor der Königin wirkten die Ärzte und Apotheker. Vor dem linken Richter standen die Wirte und Gastgeber, dann kamen die Zöllner und Gemeindeaufseher. Der letzte Platz vor dem linken Statt­ halter blieb für die Spieler und Raufbolde reserviert. Wo hätten Ihre Ahnen wohl gestanden? De Cessolis »Schachpredigt<< war nach der Bibel das meistgelesene Buch des Mittelalters.

Papst Johannes Paul II. soll sich in seiner Jugend in Krakau intensiv mit Schach be­schäftigt haben.
Zeitweise geisterte sogar ein Problem des Pontifex Maximus durch die Gazetten, sprich Zeitungslandschaft.    2. April

 Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender_10.08._proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 10.08.

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