Schachkalender – 28.07.

Schachkalender – 28.07.

28. Juli ZWEI LIEBENSWERTE LEBENSKÜNSTLER

KALENDER: Marcel Duchamp *1887-1968, frz..Meister u. Künstler

Alexander McDonnell – lrish Blood

Der am 22. Mai 1798 in Belfast geborene McDonnell etablierte sich bald als bester britischer Spieler. Unglaublich auch sein Talent, Blindpartien mit Vorgabe gegen sei­ne Zeitgenossen zu spielen. Über dem Brett war McDonnell dafür unendlich lang­ sam, was in der Epoche vor Einführung der Zeitnehmung höchstens die Gegner be­lastete. McDonnell hatte wenig Erfahrung mit Spielern seines Kalibers. Vielleicht auch deshalb stand er im berühmten Zweikampf gegen de Labourdonnais auf verlo­renem Posten. Sein früher Tod an einem Nierenleiden verhinderte eine Revanche.
Interessant, dass beide Kontrahenten, Labourdonnais und McDonnell, auf demsel­ ben Friedhof begraben liegen
(Kensal Green Cemetery in London; bereits 1843 im Chess Player’s Chronicle berichtet).

Marcel Duchamp –  Künstler am Schachbrett   FT 17

In der modernen Kunst wird Marcel Duchamp von vielen als der Mann des 20. Jahr­ hunderts gesehen.
Sein persönlicher Bruch mit der zeitgenössischen Kunst erfolgte während eines längeren Aufenthalts in München 1912. Von nun an stellte er den bis dahin gängigen Kunstbegriff gänzlich in Frage. Zu einem Skandal hochstilisiert wurde Duchamps Kauf eines Flaschentrockners (1914), den er – signiert – als künstlerisches Werk propagierte.
Nicht das Herstellen eines Objekts, sondern bereits die Auswahl desselben zählt als Kunst, so Duchamp.
Trotz seines künstlerischen Rufes verbrachte Duchamp die Zeit zwischen 1923 und 1935 vorwiegend am Schachbrett:
»Ich spiele Tag und Nacht, und nichts interessiert mich mehr, als den richtigen Zug zu fin­den.« Fünfmal vertrat der am 8. Juli 1887 in Blainville-Crevon geborene Künstler bei Schacholympiaden die französischen Farben. Was Duchamp besonders faszinierte, war einerseits das visuelle Bild durch die vielschichtigen Figurenbewegung, ande­rerseits das völlige Abseitsstehen von gesellschaftlichen Pflichtveranstaltungen. Hans Ree zeichnet in seinem wunderbaren Werk The Human Comedy of Chess fol­gendes Bild des Künstlers: »Duchamp wird als Mann beschrieben, der an nichts glaubt, … der anwesend und gleichzeitig abwesend war, als ob eine Glaswand zwischen ihm und den anderen stünde.« Trotz einer unwirklich anmutenden Lebenseinstellung war Duchamp für das Schach insgesamt von großer Bedeutung: als Mitglied der franzö­sischen Schachföderation, als FIDE-Delegierter und zeitweise auch als Turnierorganisator. Dazu entwarf er wunderbare Schachgarnituren, schrieb 1932 ein vielbeach­tetes Buch über Bauernendspiele und organisierte Ausstellungen wie etwa 1944 Imagery of Chess und 1966 Hommagé a Caissa. Marcel Duchamp starb am 2. Oktober 1968 in Neuilly-sur-Seine.

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender_28.07._proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 28.07.

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