Schachkalender – 25.07.

Schachkalender – 25.07.

25. Juli ROULETTE DES SCHICKSALS – wie das Leben so rollt.

KALENDER:  Hans Kmoch *1894-1973, öst.-am. Meister• Elias Canetti *1905-1994, öst. Schriftsteller •
Slobodan Martinovic *1945, jug.-serb. GM • Julian Hodgson *1963, engl. GM • Gösta Stoltz t1963

Alles nur Kismet = Schicksal oder ist da mehr?

Gibt es in der Welt des Schachs ein Element des Zufalls?
Fall Sie auch nur den leisesten Zweifel haben, lesen Sie die folgenden drei Beiträge – gern auch ohne Glaskugel.

»Die Blendung« (Roman)

Elias Canettis Erstlingswerk  „Die Blendung“ enthält eine der erstaunlichsten Schachgestalten der Literatur, den buckligen Zwerg Fischerle. Erträumt in seiner Unmäßigkeit davon, den Weltmeisterthron zu besteigen, von Reportern umschwärmt zu werden, Millionen für ein Interview bezahlt zu bekommen und in einem standesgemäßen Schachpalast zu wohnen. Um seiner Gestalt noch mehr Beachtung zu geben, ändert er sogar seinen Namen, indem er die Verkleinerungsform ablegt uns fortan unter

»Fischer« seine Partien aufnimmt. Wie sonst würde er gebührend ernst genommen? Beim ersten Lesen drängt sich dem Schachfreund eine unübersehbare Frage auf: Hat Canetti beim Ersinnen von Namen, Charakter und sogar bei einigen Zitaten sei­ ner Romanfigur die New Yorker Schachlegende Bobby Fischer vor sich gesehen? Keine abwegige Frage, wenn man die Launenhaftigkeit und fast bizarre Realitätsver­ weigerung des ehemaligen Schachweltmeisters kennt. Doch nun zur erstaunlichen Wahrheit: Die Blendung erschien bereits vor dem Zweiten Weltkrieg, genau gesagt 1935,
also acht Jahre vor Bobby Fischers Geburt.

Die Ginzburg-Wahrsage

Nach dem Gewinn des WM-Titels erzählte Boris Spasski eine unwahrscheinliche Be­ gebenheit aus seiner Jugend. Zum Trost nach einer vergebenen Qualifikationschan­ ce bei der UdSSR-Meisterschaft 1958 sagte der ehemalige Straflagerinsasse und nunmehrige Journalist David Ginzburg Folgendes voraus: Tal wird das Interzonen­ turnier gewinnen, dann auch das Kandidatenturnier, schließlich das Match mit Bot­ winnik. Im Revanchkampf allerdings wird der Zauberer unterliegen.
Spasski selbst muss nur weiterspielen … auch sein Tag wird kommen, und er wird sich alle seine Träume erfüllen können.
Knapp zehn Jahre später war Boris Spasski Weltmeister im Schach.

Die Kugel rollt …geht noch mehr Unbarmherzigkeit?

1983 war das Spielcasino in Velden (Österreich) Schauplatz einer der kuriosesten Entscheidungen der Schachgeschichte. Im Kandidatenmatch zwischen Hübner und Smyslow stand es nach zehn regulären und vier Extrapartien unentschieden. Die Roulettekugel sollte entscheiden. Smyslow setzte auf Rot, Hübner auf Schwarz. Und das Unglaubliche trat ein: Der erste Losversuch scheiterte ebenfalls, die Kugel blieb auf Zero liegen! Erst dann entschied das Schicksal gegen Hübner, der glücklicher­ weise nicht mehr Zeuge des Schauspiels war.

 

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender_25.07._proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 25.07.

Share this post

Leave a Reply

Your email address will not be published.