Schachkalender – 25.06.

Schachkalender – 25.06.

 

25. Juni BIOGRAFIE: WLADIMIR KRAMNIK


KALENDER: Ado(lf) Kraemer +1972 -Mi Wladimir Borissowitsch Kramnik *1975, russ. WM• Jan Gustafs­son *1979, dt. GM

 

Ehrgeiz netter formuliert –
14. Schachweltmeister von 2000 bis 2007

Der Champion der Wiedervereinigung

Ungewöhnlich ist der familiäre Hintergrund des 14. Weltmeisters im klassischen Schach. Wladimir Borissowitsch Kramniks Vater lebt von der Malerei und Bildhaue­rei, seine Mutter ist Musiklehrerin. Wie viele spätere Meister kam auch Kramnik als Vierjähriger früh mit dem Schach in Berührung . Mit zwölf war – Treppenwitz, wenn man die Zukunft kennt – sein späterer Kontrahent um die WM-Krone, Garri Kaspa­row, der noch dazu fast sofort das außergewöhnliche Talent des Jungen erkannte, einer seiner Trainer in der Botwinnik-Schachschule.
International debütierte Wladi­ mir Borissowitsch bei der U14-Jugendweltmeisterschaft 1989 in Aguadilla. Er wurde Zweiter, und wieder kreuzten sich bereits früh die Wege mit seinem später so unge­liebten Widersacher Veselin Topalov, der dieses Turnier auch gewann. Zwei Jahre später hielt sich Kramnik bei der Ul8-WM schadlos.
Inzwischen wurde dem hünehhaften Jungen bereits allerorts eine große Karriere prophezeit.

1992 war das Jahr des Wladimir Kramnik: Gausdal, Dortmund, Chalkidike, Schach­olympiade in Manila (Goldmedaille am 4. Brett mit 8,5/9!) – wo immer Kramnik auf­ tauchte, strahlte der neue Stern. Der Großmeistertitel der FIDE war der verdiente Lohn. Dann allerdings war der erste Anlauf auf den WM-Titel eine herbe Enttäu­schung. Noch war Kramnik im Mann-gegen-Mann Matchmodus nicht energisch ge­nug. Dafür setzte er im größten deutschen Superturnier neue Maßstäbe. Jahr für Jahr ging der Sieg nur über ihn. Nach geteilten Triumphen in Linares und Dortmund durfte er sich endlich am eigenen Lehrmeister versuchen, dessen Analyseteam er noch ein paar Jahre zuvor verstärkt hatte.
London, Oktober 2000, Schach-WM:  16 Partien waren zu spielen, Kramnik war hochkonzentriert, exakt vorbereitet und wohl auch von Kasparow unterschätzt (wie dieser in seinem Buch Strategie und die Kunst zu leben schreibt). Mit den Eigenheiten des Champions bestens vertraut, nutzte er gnadenlos mit Schwarz die Schwächen Kasparows in der Berliner Verteidigung.
Am Ende des Matches war ein neuer Stern geboren. Wie kommentierte er selbst die­ sen Triumph:
»...man muss eine tiefe Abneigung dagegen haben, eine Partie zu verlie­ren. Nur dann hat man eine Chance, Weltmeister zu werden

Wenn die kommenden Jahre auch wegen ernsthafter gesundheitlicher Probleme ein schachliches Auf und Ab brachten, kommt Kramnik das Verdienst zu, mit seinem Sieg gegen Veselin Topalov 2006 in Elista die Schachwelt wieder geeint zu haben. In einem nervenzermürbenden Schnellschachfinale einer auf 12 Partien angesetzten Weltmeisterschaft siegte der alte und neue Champion. 2007 allerdings verlor der Riese seinen Titel in Mexico City an den Inder Viswanathan Anand. Schmerzlich auch Kramniks erste Niederlage eines Weltmeisters in einem regulären Match über sechs Partien gegen den Computer Deep Fritz. Geht Schach gänzlich neuen Zeiten ent­gegen?

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 25.06.

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