Schachkalender – 19.06.

Schachkalender – 19.06.

 

19. Juni BIOGRAFIE: JOHANN BAPTIST ALLGAIER


KALENDER: Johann Baptist Allgaier *1763-1823, äst. Meister u. Autor
                        

Oberleutnant-Rechnungsführer und Schachmeister

Johann Baptist Allgaier stammte aus gutsituierter Familie (geboren am 19.6.1763 im Dorf Schussenried, Württemberg, das damals unter österreichischer Oberhoheit stand),- riss aber in jugendlichem Alter von zu Hause aus. Das unstete Wanderleben gab Allgaier durch den Eintritt in den österreichischen Militärdienst auf, der ihn durch das kriegerische Europa seiner Zeit, hier vor allem die Kriege gegen Frank­ re.ich, führte. Am 1.8.1816 wurde er als Oberleutnant-Rechnungsführer mit 200 Gul­den jährlich pensioniert Schon etwa 1810 dürfte sich ein Leiden (Asthma) als Resul­tat  des -Einsatzes in  Feldspitälern  bemerkbar  gemacht  haben, das  sie·  mit  den Jahren verstärkte und m 3.1.1823 zu seinem Tod im Wiener Garnisonsspital führte.

Der Beginn seiner Schachkarriere liegt völlig im Dunkeln”. Mitte der neunziger Jahre tritt er uns bereits als Schachmeister entgegen, der bis zu seinem Tod als bester Spie­ler Wiens galt. Durch seine Bekanntheit bei hohen Militärs erhielt er Zutritt zu adeli­ gen Kreisen und wurde sogar am Hof von Kaiser Franz 1. engagiert, um die Erzherzö­ge im Schachspiel zu unterrichten. Als einer der ersten bekannten Berufsspieler Wiens pflegte der einfache, großgewachsene, kräftige Mann, der in schwäbischem Dialekt sprach, Schachunterricht in den Cafes »Taroni« und »Zur Krone« zu geben,
auf »Kunden« zu warten und gegen jeden um einen Gulden zu spielen.
Ruhm er­warb sich Allgaier  durch das von ihm propagierte  wilde Gambit
(1.e4 e5 2.f4 exf4 Sf3 g5 4.h4 g4 5.Sg5 h6 6.Sxf7) und durch sein Lehrbuch, die »Neue theoretisch­ praktische Anweisung zum Schachspiel«, das 1795/96 in zwei · Bänden im Verlag Rötzl in Wien erschien. Es ist das erste selbständige Schachlehrbuch in deutscher Sprache.  Das Werk erlebte sieben  Auflagen, wobei  Allgaier  in  der dritten Auflage

  • 1811 zum ersten Mal die algebraische Notation und die tabellarisch-graphische Um­ setzung von Eröffnungsvarianten verwendete, beides bahnbrechende Erfindun­ gen, die die Umständlichkeit früherer Werke

Ein Partiebeispiel, das Allgaiers Kunst demonstriert:

W(itthalm) – Allgaier
Wien?
1.e4 e5 2. f4 exf4 3.Sf3 g5 4.Lc4 g4
5.d4
(das »Mailänder  Gambit«)   5… gxf3 
6.Dxf3  d5
7 .Lxd5 c6 8.Lb3 Dxd4 9.Lxf4 Sf6
10.Sd2 Lg4 11.Dg3
(Diagramm) Sxe4!
12.Dxg4?.
Unklar ist 12.Sxe4 Dxe4+ 13.Kd2.
12…Df2+ 13.Kd1 Dxd2+! 14.Lxd2 Sf2+ 0-1

Verfasst von Michael Ehn

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender_19.06._proSchach.de_
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 19.06.

 

 

Share this post

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *