Schachkalender – 17.06.

Schachkalender – 17.06.

 

17. Juni BIOGRAFIE: TIGRAN PETROSJAN


KALENDER: Harry Pillsbury 1906 • Tigran Wartanowitsch Petrosjan *1929-1984, arm.-sowjet. WM 1963-1969 • Branco Damljanovic *1961, jug.-serb. GM •  Peter  Beniaminowitsch  Swidler  *1976, russ. GM • Alexander Motylew *1979, russ. GM

Tigran Wartanowitsch Petrosjan als 9. Schachweltmeister und
seine Bedeutung nicht nur für Armenien

Das unglaubliche Feingefühl für drohende Gefahr wie die versteckte Angriffslust zeichneten ihn
als einem der großen Vorgänger von Kasparow aus.

Der »eiserne Tigran« – mit dem Gespür für die Gefahr

Tigran Wartanowitsch Petrosjan wurde am 17. Juni 1929 in Erewan, der Hauptstadt Armeniens, gebo­ ren. Bis heute ist der Nationalheld des mittlerweile unabhängigen, schachverrückten Landes jedem Kind bekannt. Unscheinbar waren seine Manöver, übervorsichtig sein Spielstil, lautlos seine Züge, und doch gelang es kaum jemandem, diesem dunkelhäutigen, kraushaa­rigen, schlauen Armenier Paroli zu bieten. Tigran Wartanowitsch schien Gefahr zu wittern, mit ausgefahrenen Antennen rechtzeitig auf die Pläne der Widersacher einzugehen und so jede Initiative im Keim zu ersticken. Dennoch war er nicht einmal in der sowjetischen Heimat unumstritten. Sein Spiel ging ganz offen­ sichtlich gegen den »Geist des kühnen, unbeugsamen Sowjetmenschen«, wie Schonberg dies in seiner Kurzbiografie des Armeniers ausdrückt.

Aber der Erfolg von Petrosjans Spielweise blieb nicht aus. Ab 1951 war er bei allen Turnieren stets in der oberen Hälfte zu finden. Bei den Interzonenturnieren 1952 in Saltsjöbaden und 1955 in Göteborg (jeweils Schweden) verlor er keine einzige Partie, ebenso wenig bei den sowjetischen Meisterschaften 1954, 1955 und 1958. Der Höhepunkt seiner Kar­ riere sollte jedoch das folgende Jahrzehnt werden. Kandidatenturnier Curacao 1962:

  1. Petrosjan 17½, 2.Geiler 17, 3. Keres 17 – der Weg zur Weltmeisterschaft stand nun weit offen, wartete doch »nur« noch der alternde Botwinnik. Doch Tigran Wartano­ witsch überließ auch jetzt nichts dem Zufall: Abgehärtet durch stundenlanges Ski­ Training (!) sowie mit exzellenter theoretischer Vorbereitung ging er in den Kampf. Und er sollte ihn nach 23 Partien gewinnen langsam streckte  Botwinnik  die Hand zur Gratulation aus … Jubel brach unter der armenischen Gemeinde aus …

die Fans stürmten die Bühne … rissen den kleinen Armenier in die Höhe  die elek­trifizierende Ekstase war spürbar, Küsse, Blumen Armenien war unauslöschlich auf der Landkarte des Schachs verewigt.

Neugeborene erhielten in der Heimat die Vornamen Tigran, Wartan und Petras. Das Schlusswort gehört dem alten Widersa­ cher Gligorit: Petrosjan war wahrlich »eindrucksvoll mit seiner unvergleichlichen

Fähigkeit, Gefahren auf dem Brett vorauszusehen«.

 

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

 

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