Schachkalender – 03.06.

Schachkalender – 03.06.

03. Juni SCHLECHTE VERLIERER
KALENDER: Alfred Beni *1923-1995·Raschid Neschmetdinow +1974

Gens una sumus? – Leitsatz der FIDE

»Wir sind eine Familie« – so lautet das Motto der FIDE. Allerdings können zwischenmenschli­che Begegnungen über dem Schachbrett auch einem »Chamber of Horrors« (Gruselkabinet) ähneln.
Sehr selten, aber eben auch unter Profis nicht ganz die feine englische Art.

Kalif al-Ma’mün war Überlieferungen nach im 7.Jahrhundert der erster Herrscher; der in seiner Wut ein Brett samt Figuren bei verlorener Stellung einfach umwarf.

Im mittelalterlichen England soll ein gewisser Thibert nach Mattsetzung durch seinen Neffen Galyen den unflätigen Ausdruck »bastardly sonne of a whore« ge­tätigt haben. Nun, ganz so daneben lag er vielleicht gar nicht.
Denn auf eine Wet­te hin wurde Galyens Mutter in besagter Zeugungsnacht von einem fahrenden Grafen fünfzehnmal »gesegnet«.

Sultan Suleiman der Verdorbene machte 1557 seinem Namen gegen einen blin­den Gegner alle Ehre. In schlechter Stellung stibitzte er einfach einen Turm. Spä­ter bemerkte der  Blinde schelmisch: „Gegen jeden anderen als gegen dich hätte ich mich beim Sultan beschwert.“


Im Bayerischen Nationalmuseum findet sich ein flämisches Schachset aus dem 18. Jahrhundert, bei dem mit Hilfe eines findigen Mechanismus ein versteckter Knopf am Oberkörper des Königs gedrückt werden kann.
Die Folgewirkung: Ein kleines Männchen erscheint und zeigt dem Gegenspieler den Allerwertesten.

Aaron Nimzowitsch kommentierte bei einem Berliner Blitzturnier eine Niederla­ge mit den Worten: »Warum muss ich gegen so einen Idioten verlieren!«

Ein unbekannter dänischer Spieler war nach einem Fingerfehler mit der Dame so außer sich, dass er in der folgenden Nacht heimlich in den Spielsaal eindrang und alle Königinnen enthauptete.

Vielleicht gehört der Tod der beiden italienischen Meister Paolo Boi undLeonar­ do da Cutri in das Reich der Legende. Beide wurden angeblich vergiftet, Boi von einem Rivalen, da Cutri von einem erzürnten Spross der Familie Borgia.

1867 hatten die beiden Rivalen Steinitz und Blackburne wieder einmal eine ih­ rer berühmten Auseinandersetzungen. Steinitz spuckte, Blackburne schlug ihm ein blaues Auge, oder anders herum. So viel zur viel gepriesenen Schachetikette!

Im Kandidatenmatch Kortschnoi – Petrosjan 1977 mussten die Organisatoren ein Brett unter dem Tisch anbringen um zu verhindern, dass sich die beiden Kon­trahenten mit Füßen traten.

Petrosjans Frau zeigte 1971 nach verlorenem Kampf gegen·Fischer Tempera­ ment genug, Alexei Suetin eine Ohrfeige zu verpassen. Suetin war der Sekundant ihres Gatten.

Bobby Fischer pflegte in Gewinnstellungen sehr zum Missfallen seiner Gegner die Melodie von Bridge over the River Kwai zu summen.

Rustam Kamsky, der Vater des Wunderknaben Gata, wurde bei einer von den Sponsoren gegebenen Party gegen seinen Sohn handgreiflich. Die Sponsoren zogen sich daraufhin zurück. So kann man Sponsoren auch verprellen.


Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

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Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 03.06.

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