Schachkalender – 28.05.

Schachkalender – 28.05.

28. Mai HYPERMODERNE SCHULE
KALENDER: Richard Réti *1889-1929, tschech.-öst. GM – Andrew Soltis *1947, am. GM

2 überragende Meister – mit jeweils riesigem Beitrag für die Schachentwicklung

Richard Réti Der Schöpfer der Hypermoderne
Leider hat uns dieser unglaublich vielseitige Meiser zu früh verlassen. Gerade vierzig Jahre alt, starb Richard Réti an Scharlach.
Seine Ideen zur hypermodernen Schachpartie, also zur Kontrolle des Zentrums, ohne es physisch durch Figuren zu besetzen, waren spätestens nach seinem sensationellen Triumph 1924 gegen den seit acht Jahren unbesiegten Capablanca vollends en vogue.
SaviellyTartakower, ein Mitstreiter aus dieser Zeit, charakterisierte diesen Schachkünstler treffend:
Réti studiert Mathematik, ohne trockener Mathematiker zu sein, vertritt Wien, ohne Wiener zu sein,
ist gebürtiger Alt-Ungar, ohne Ungarisch zu können, redet ungemein rasch, um desto bedächtiger zu handeln,
und wird noch der beste Schachspieler, ohne Weltmeister zu sein.
Niemals spielte Réti um die Schachkrone, doch seine phänomenalen Studien, seine zwei Bücher
Die neuen Ideen im Schachspiel (1922) und Die Meister des Schachbretts (1930) sowie
sein 1925 an 19 Brettern aufgestellter Blindsimultanweltrekord machen ihn unsterblich.

Aaron NimzowitschMein System
Jacques Mieses schuf in seinen Erinnerungen über Nimzowitsch das Bonmot: ››Er studiert Schach und spieIt Jura.«
ln derTat kam der in Lettland geborene Nimzowitsch mit der Absicht nach Deutschland, einen akademischen Weg einzuschlagen.
Doch bereits 1903 begann seine Karriere als Spieler, und ein Jahrzehnt später begann der theoretische Kampf mit Dr. Tarrasch um das Wesen der »Modernen Schachpartie«.
Neben inhaltlicher Divergenzen spielten auch persönliche Ressentiments eine gewaltige Rolle bei der Entstehung von Nimzowitsch’ großem Werk »Mein System«.
War Tarrasch von der Notwendigkeit des Raumgewinns und des freien Figurenspiels überzeugt, so hielt Nimzowitsch die Bauernstruktur für die wichtigste Grundlage einer Stellungsbeurteilung. Neben den Publikationen zur Schachtheorie konnte Nimzowitsch in den zwanziger Jahren auch große Turniererfolge feiern.
Leider verstarb dieser bedeutende Theoretiker jedoch bereits früh mit 49 Jahren an einer Lungenentzündung.
Es gibt kaum einen Spieler, der so nachhaltigen Einfluss aufdie Schachtheorie genommen hat wie Aaron Nimzowitsch.
Wir verdanken dem großen Denker unendlich viel!



Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender 28.05. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 28.05.

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