Schachkalender – 23.05.

Schachkalender – 23.05.

23. Mai BIOGRAFIE: ANATOLI KARPOW
KALENDER: llja Leontjewitsch Rabinowitsch 1891-1942, russ.-sowj. Meister• Alexander Matanovic *1930, serb. GM u. Verleger •
Anatoli Jewgenjewitsch Karpow *1951, russ. WM 1975-1985 12. Weltmeister, FIDE­ WM 1993-1999


Anhäufung von mikroskopischen Vorteilen – clever wie die Python – späterer Spitzname für Karpow in Schachkreisen

Karpow gehört zusammen mit Kortschnoi und Kasparow zu den medial immer wie­ der angesprochenen drei K.s, den Dominatoren des Schachs im letzten Viertel des

20. Jahrhunderts. Am 23. Mai 1951 in Slatoust im Ural geboren, lernte Anatoli Jewgenjewitsch bereits mir vier Jahren, Schach zu spielen. Bald war sein Talent un­ übersehbar, und Karpow wurde in die Botwinnik-Schachschule aufgenommen, wo ihn allerdings der Altmeister zunächst deutlich unterschätzte; vielleicht wegen Kar­ pows unscheinbarer körperlicher Erscheinung oder seiner hohen, wenig Sicherheit ausstrahlenden Stimmlage. Dennoch zeigt sich der kleinwüchsige Anatoli gnaden­ los in seiner Spielanlage und messerscharf in der Analyse. Wie ein Python schien er seine wehrlosen Gegner zu ersticken. Der Lohn: 1967 wurde Karpow Jugendeuropa­ meister, 1969 Juniorenweltmeister.

Nun trat mit dem hervorragenden Trainer und Mentor Semjon Furman die entschei­ dende Person in Karpows Leben. Profitierend vom Wissen Furmans und ausgestattet mit riesigem eigenen Talent, wurde Karpow nun von Partie zu Partie stärker. Er ge­ wann den Kandidatenzyklus 1973/74 und war nach Fischers Weigerung, seinen Titel zu verteidigen, 1975 plötzlich Weltmeister. »Papierweltmeister«, wie manche Me­ dien schrieben. Doch damit tut man Anatoli Karpow Unrecht. Er war viele Jahre Nummer eins der Ratingliste, er gewann mehr als 150 Turniere – eine Bilanz völlig ohne Parallele in der Schachgeschichte.

Die Bühne war nun reif für die ewige Rivalität zwischen dem linientreuen Sowjetbür­ ger Anatoli Karpow und dem im Exil lebenden Dissidenten Viktor Kortschnoi. In ei­ nem hässlichen Match in Baguio City, mit endlosen gegenseitigen Verdächtigungen des Psychoterrors, und einer moderateren Auseinandersetzung in Meran konnte Karpow den Rivalen zweimal in die Schranken weisen. Erst dem ungestüm nach­ drängenden Garri Kasparow musste sich der Schachkönig nach einem unter myste­ riösen Umständen abgebrochenen Match 1985 im Zweitversuch im selben Jahr ge­ schlagen geben. Nochmals allerdings kehrte Karpow auf den FIDE-Thron zurück. Tragischerweise allerdings wieder als papierener Champion, denn Kasparow hatte inzwischen eine Gegen-WM auf die Beine gestellt. Karpow verfasste mehrere Bü­ cher, richtete Schachschulen ein und besitzt privat eine der größten philatelisti­ schen Sammlungen. Zudem ist Anatoli Jewgenjewitsch Karpow zweimaliger »Held der Sowjetunion«.

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender 23.05. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 23.05.

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