Schachkalender – 20.05.

Schachkalender – 20.05.

20. Mai BIOGRAFIE: MAX EUWE
KALENDER: Machgielís ››Max« Euwe *1901-1981, ndl. WM 1935-1937 – Magaram Magomedow *1966, tadschik.-russ. GM

Max Euwe – einfach sympathisch ehrlich und Weltmeister

Machgielís (Max) Euwe ist der vielleicht untypischste Weltmeister, den das königliche Spiel je hatte.
Mit einem Doktorhut in Mathematik und seinem Beruf des Lehrers an einer Mädchenschule strahlte der Holländer zeitlebens etwas Amateurhaftes aus. Euwe blieb auch immer der weltoffene, kultivierte, höfliche Spieler, der selbst nach Niederlagen niemals Ausreden und Ausflüchte suchte. Seine Erfolge sind zum Großteil auf seinen unbedingten Glauben an die Gesetze der Logik wie auf seinen exakt geplanten Tagesrhythmus zurückzuführen.
Wie schrieb Hans Kmoch:
››Euwe wird in die Schachgeschichte als Apostel einer methodischen Arbeits- und Lebensweise eingehen.«
Prophetische Worte!

Sein Heldenstatus in den Niederlanden – sogar ein Platz in Amsterdam ist nach Max Euwe benannt – ist selbstverständlich eine Folge des WM-Sensationssieges 1935 gegen den damals für unschlagbar gehaltenen Alexander Aljechin (9+ 8- 13=). Hier gelang ihm in der vorentscheidenden 26. Partie auch ein Kunstwerk erster Güte: die Perle von Zandvoort.
Euwe selbst sah es schon als große Ehre, für sein Land einen WM-Kampf auszutragen, wie er in Interviews bestätigte. An den Sieg glaubte er ebenso wenig wie die gesamte Schachwelt. Aber gerade diese Gelassenheit brachte den Niederländer auf den scheinbar ungreifbaren Gipfel des Ruhms. Euwe blieb auch im Triumph fair und bot Aljechin in damals völlig ungewohnter Haltung sofort einen Retourkampf an. Dennoch war Euwe selbst in dieser Position als Weltmeister nicht bereit, die vielfältigen Lebensaspekte allein für das Schach beiseitezuschieben. Niemand war deshalb allzu erstaunt, als Aljechin 1937 ››seinen« Titel zurückeroberte.

Zeitlebens blieb Euwe im Herzen Lehrer, Schachtheoretiker und Autor. Spät im Leben wurde ihm auch noch die Ehre zuteil, Präsident der FIDE zu werden (1970-1978). In dieser Position war
sein erklärtes Ziel, jedem Land einen Großmeister zu ››schenken«.
Der berühmte Spasski-Fischer Kampf und das bizarre Vorspiel im folgenden WM-Zyklus brachten dem Altmeister viel Anerkennung, jedoch auch große Unstimmigkeit mit dem sowjetischen Schachverband. Doch auch hier blieb Euwe seiner optimistischen Linie treu. Knapp vor seinem Tod plante der damals Achtzigjährige gar eine Teilnahme an der Fernschachweltmeisterschaft. Euwe wollte dabei den Titel gewinnen. Selbst Logikern sind Träume nicht fremd! Abschließend ein Wort Anatoli Karpows: ››Euwes ganzes Leben stand im Dienste der Schachkunst.«

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender 20.05. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 20.05.

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