Schachkalender – 14.05.

Schachkalender – 14.05.

14. Mai BIOGRAFIE: WILHELM STEINITZ
KALENDER: Carl Hamppe (*1814)-†1876 – Wilhelm Steinitz *1836-1900, öst-ung.-am. WM von 1886-1894 –
Alexander Moisejenko *1980, ukr. GM

Unbeliebt, unsympathisch, unschlagbar Steinitz – einer der großen Vorkämpfer laut Kasparow
1. Weltmeister der Schachgeschichte
Wie kein anderer Spieler der Schachgeschichte stellt Wilhelm Steinitz den Übergang von den Romantikern zu den modernen Positionsspielern dar. Seine unangreifbaren Stellungen trieben die Opferkünstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts immer wieder zur Verzweiflung, konnten sie doch sein auf soliden Schachgrundsätzen aufgebautes Spiel einfach nicht verstehen. Gleichzeitig war Steinitz in gewisser Weise ein Ekel, starrköpfig, reizbar und rechthaberisch bis zur Grenze der Fairness (Henry Bucklez »Das reinste Stachelschwein … wo immer man ihn anfasst, sticht man sich«). Wilhelm Steinitz wurde am 14.Mai 1836 in Prag geboren und war eigentlich für das Studium des Talmuds bestimmt. Doch das Schicksal ließ eine frühe Begegnung mit dem Schach zu. Nach einigen Jahren Aufenthalts als Student in Wien gab Steinitz 1862 ln London sein internationales Debüt auf der Turnierszene, vier Jahre später gewann er das legendäre Match gegen Adolf Anderssen 8:6. Steinitz deklarierte sich daraufhin zum Weltmeister des Schachs – Bescheidenheit war nie seine Sache.
In den folgenden Jahren wurden Siege in Zweikämpfen, Steinitz eigentliche Stärke, zu seinem Markenzeichen. So auch gegen den gebildeten Johannes Hermann Zukertort, den Steinitz 1886 im 1. offiziellen Weltmeisterschaftskampf um die Schachkrone in New York, St. Louis und New Orleans 10:5 (bei fünf Remisen) besiegte.
Nun war der Wahlamerikaner im Zenit angelangt: Weltmeister im Schach.
Zukertort sollte sich von diesem Schlag nie mehr erholen. Er versank in Apathie und verstarb zur Trauer der gesamten Schachwelt am 20.Juni 1888. Zweimal gegen Michail Tschigorin, einmal gegen lsidor Gunsberg konnte Steinitz trotz fortgeschrittenen Alters (er war bereits jenseits der 50) die Oberhand behalten. Doch der junge Emanuel Lasker sollte 1894 das Bollwerk Steinitz überwinden. Auch der Retourkampf in Moskau wurde zur Demonstration Jugend gegen Alter. Dennoch konnte Steinitz nicht vom Schach lassen; 1895 spielte er gegen von Bardeleben mit seinem schwebenden Turm eine unsterbliche Partie (-› 5.Aug.). ln den letzten Jahren wurde der alte Meister jedoch zusehends geistig abwesend.
So glaubte er an telepathisch gewinnbare Partien, so forderte er gegen Vorgabe eines Bauern und eines Zuges den Herrgott persönlich heraus (Quelle: Harold Schonberg). Verarmt und umnachtet wurde der große Steinitz am 12. August 1900 von seinem Elend erlöst. Emanuel Lasker würdigte seine Verdienste für das Schach, schloss aber gleichzeitig mit den Worten: ››Er war ein DickschädeI.«

Quelle: -pdf. => alle anderen Kalenderblätter vom Schachkalender unter: https://proschach.de/?s=Schachkalender

Schachkalender 14.05. proSchach.de
Schachkalender, Zitate, Schachanekdoten und Schachgeschichte, Schachtageskalender 14.05.

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